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29. Mai 2010

Google AdWords Keyword Tool abfragenAnleitung zur Google AdWords API

Es hat zwar nicht direkte etwas mit Domains zu tun, aber für die Zielgruppe von Peew.de ist das Thema Keyword Recherche sicher genauso interessant wie die Suche nach Expired Domains, weshalb ich mich entschlossen habe diesen Artikel hier zu veröffentlichen. Es geht um das Google AdWords Keyword Tool und wie man die dort gespeicherten Daten ohne das lösen einer Captcha automatisch abfragen kann.

Hinweis: Dieser Artikel ist aus dem Jahr 2010. Die Google Adwords API hat sich seitdem stark verändert und viele der Hinweise in diesem Artikel stimmen nicht mehr! Aktuelle Informationen gibt es hier.

Die richtigen Keywords auszuwählen gehört zum Einmal eins jedes Texters/SEOs, den nur wenn man die richtigen Keywords zu seinem Thema benutzt, finden Besucher die eigene Seite in den Suchmaschinen. Auf der Suche nach den richtigen Keywords kommt man meiner Meinung nach nicht um das Google AdWords Keyword Tool herum. Die Marktmacht von Google und die damit verbundene sehr große Datenbasis machen das Keyword Tool zu einem schönen Spielzeug um schnell an wirklich gesuchte Keywords zu kommen.

Als Fan von automatischen Abfragen habe ich mir schon eine Weile die Frage gestellt wie die SEO Tool Hersteller (zum Beispiel Sistrix) an die Daten des Keyword Tools kommen. Ich konnte mir nicht vorstellen das sie den lieben langen Tag Captchas lösen oder Captcha Breaker einsetzen. Die Antwort auf diese Frage war recht schnell gefunden. Google stellt in der AdWords API auch die Funktionen des Keyword Tools zur Verfügung. Diese kann man mit Hilfe eines SOAP Clients benutzen und kommt so auch ohne Captcha an die gewünschten Keyword Daten. Das ganze hat natürlich einen Hacken, den Google lässt sich diesen Service bezahlen (AdWords API Rate Sheet). Die Preise sind teilweise fair und nicht übermäßig hoch, aber dazu mehr weiter unten.

Ein interessanter Aspekt mit dessen Hilfe man die Ergebnisse verbessern und die Kosten senken kann sind die unterstützten Filter, die die kostenlosen Versionen des Keyword Tools nicht unterstützen. So kann man das monatliche Mindestsuchvolumen angeben um so nur wirklich gesuchte und damit relevante Keywords zu erhalten oder man benutzt den Wettbewerbsfilter um nur Keywords mit geringer AdWords Konkurrenz zu finden. Man kann natürlich auch beides verknüpfen und bekommt so eine gute Basis zum Nichen finden. Außerdem hat man mehr Möglichkeiten die Anzahl an gewünschten Keywords zu bestimmen und bekommt nicht nur fest 100 Keywords angeboten.

Hier nun ein paar Antworten auf Fragen die ich mir zu Beginn gestellt habe und über dessen übersichtliche Beantwortung ich mich sehr gefreut hätte.

Kann jeder Zugriff auf die Google AdWords API erhalten? Welche Voraussetzungen gibt es? Wie kann man die API Kosten bezahlen?

Einschränkungen wer die API benutzen darf habe ich nicht gefunden, aber bei der Anmeldung muss man einen Firmennamen und eine Firmenwebsite (die geprüft wird) angeben. Das macht es einem privaten Entwickler wie mir nicht gerade einfach. *Update* Mein Developer Token wurde nun freigeschaltet, auch als privat Person! Bei der Anmeldung muss außerdem eine Zahlungsart ausgewählt werden. Zur Auswahl steht unter Deutschland nur die Kreditkarte, die man also haben sollte.

Wie lange dauert die Freischaltung des Developer Tokens?

Nach der Beantragung mit Firmendaten hat die Freischaltung weniger als 24 Stunden gedauert, dann war auch der Developer Token einsatzbereit. Bei meiner Privatanmeldung hat es knapp doppelt so lange gedauert. Die AdWords API Sandbox kann auch schon vor der Anmeldung zur API benutzt werden. Man benötigt nur einen Google Account und schon kann die Entwicklung los gehen. Sie liefert natürlich nur Testdaten, aber kostet dafür keinen Pfennig.

Wieso steht in der Related Keywords Antwort kein CPC? Wo bekomme ich ihn her?

Die Traffic Estimation ist von der Related Keywords Funktion getrennt. Man muss also um den CPC zu ermitteln eine weitere Anfrage pro Keyword stellen. Die CPC Berechnung ist sowieso ein sehr seltsames Ding. Hier kommen schon bei der Benutzung der kostenlosen Keyword Tool Versionen unterschiedliche Werte raus und wenn man die unterschiedlichen API Funktionen benutzt bekommt man noch einmal ganz andere Werte...

Die richtigen Funktionen sind estimateKeywordList und estimateCampaignList. Bei der zweiten Funktion kann man auch Regionale Faktoren angeben, während estimateKeywordList weltweite Werte liefert. Eine Anleitung dazu gibt es im AdWords API Blog: Traffic Estimator Service Explained

AdWords API v13/v2009/v201003? Wie bitte?

Die AdWords API wird recht stark entwickelt und so gibt es alle paar Monate eine neue Version. Die aktuelle "Stable Version" ist v2009, aber da diese noch nicht alle Funktionen beinhaltet, muss man zum Beispiel für die CPC Gewinnung noch Funktionen von v13 benutzen. v201003 Beta ist erst seit ein paar Tagen verfügbar.

Was kosten die Funktionen des Keyword Tools über die API?

Die AdWords API wird mit so genannten API Units bezahlt. Bei einem Preis $0.25 pro 1.000 API Units bezahlt man $250.00 für 1.000.000 API Units. Die benötigten Funktionen sind aus v2009 der TargetingIdeaService und möchte man den CPC haben muss man die v13 Funktion TrafficEstimatorService benutzen. Die Funktion v2009->TargetingIdeaService liefert zu einem Keyword die Related Keywords zurück und kostet pro Ergebnis 1 API Unit. Möchte man also zu seinem Wunschkeyword 100 Related Keywords haben, kostet dies 100 API Units oder $0.025. Mit dem Einsatz von BulkMutateJob (ein asynchroner Query) kann man die Kosten noch einmal halbieren.

Mit Hilfe der v13->TrafficEstimatorService Funktionen kann man den CPC abfragen und pro Keyword schlägt dies mit 20 API Units zu Buche. Die Kosten steigen also für die gewünschten 100 Related Keywords + CPC auf 2100 API Units = $0,525. Durch die Benutzung der Filter, kann man die Anzahl an Related Keywords aber einschränken und bekommt so meist weniger als 100 Antworten. Trotzdem ist die CPC Abfrage kein Schnäppchen.

Ganz schön teuer. Was für Informationen bekommt man dafür?

v2009->TargetingIdeaService liefert folgende Felder pro Keyword:

  • keyword
  • matchtype (EXACT/BROAD/PHRASE)
  • targeted_monthly_searches (Suchvolumen pro Monat der letzten 12 Monate)
  • global_monthly_searches
  • average_targeted_monthly_searches
  • ad_share
  • search_share
  • competition (AdWords bezogen)
  • ngram_group (irgend eine Keyword Gruppe, ist aber immer 0)
  • keyword_category (scheint die neue Keyword Gruppen Einteilung zu sein)

v13->TrafficEstimatorService liefert folgende Felder pro Keyword:

  • loweraverageposition
  • upperaverageposition
  • lowercostperclick
  • uppercostperclick
  • lowerclicksperday
  • upperclicksperday

Den Average kann man damit berechnen.

Gibt es Beispielcode oder fertige Libraries?

Ja es gibt fertige Java, Ruby, DotNet, Perl, Python und PHP Client Libraries. In PHP kann man für v2009 die AdWords API PHP Client Library benutzen. Will man außerdem v13 benutzen muss man sich mit der älteren APIlity herumschlagen. Die AdWords API PHP Client Library ist komplett Objektorientiert und damit sehr Codelastig. APIlity ist noch aus PHP4 Zeiten und wirft viele DEPRICATE Fehler aus und ist auch sonst kein sehr schöner Code. Beide Libraries enthalten neben den Keyword Tool relevanten Funktionen natürlich auch noch alle weiteren AdWords API Schnittstellen, was sie für meine Zwecke überfüllt und kompliziert machen. Für den Einstieg habe ich sie trotzdem benutzt, aber für die weitere Arbeit werde ich mir eigene, schlanke Implementierungen bauen. Wenn Interesse besteht, kann ich diese auch veröffentlichen.

Welche Funktionen brauche ich genau um ein eigenes Keyword Tool zu bauen?

Wo kann ich mich für die AdWords API anmelden?

Der Anmeldeprozess wird hier gut erklärt: How do I begin using the AdWords API?

Fazit

Die API ist nicht gerade einfach zu verstehen wenn man komplett neu einsteigt, aber mit ein bisschen Geduld findet man alle Informationen die man braucht und dann ist die Arbeit mit ihr sehr einfach. Die gewonnen Daten sind natürlich Gold wert und ermöglichen viele weitere Auswertungen. Den Kostenfaktor sollte man natürlich nicht aus den Augen verlieren. Besonders die CPC Abfragen können schnell ins Geld gehen, aber mit kluger Systematik und gezielten Abfragen kann man auch mit einem kleinen Budget damit arbeiten.

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